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Im Dezember 2006 kaufte der Landesverband der Lebenshilfe NW e.V. das Haus Hammerstein. Vorbesitzerin war Herta Horn, die Enkelin des Erbauers Hubert Grafer: Sie bot vor 20 Jahren das Anwesen zum Verkauf an, allerdings nur unter der Bedingung, eine soziale Einrichtung solle das Gebäude auf der Halbinsel übernehmen. Im Rahmen der offiziellen Feierstunde am Freitag, den 31. März hielten Wilfried Egerland, Ralph Vesper und Norbert Bangert von der Bergischen Zeitgeschichte (BZG) aus diesem Anlass einen Vortrag über die Geschichte des Hauses und seiner Umgebung. Innerhalb einer Viertelstunde führte Wilfried Egerland als Vortragender visualisiert und im Zeitraffer durch 436 Jahre Historie der ehemaligen Ortschaft Hammmersteinsoege und dem 1874 erbauten Haus Hammerstein und erntete viel Applaus. „Wilfried Egerland: „Wir hätten auch einen viel längeren Vortrag halten können, soviel ist über die aufregende und manchmal auch traurige Geschichte zu erzählen.“
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Die Historie begann nachweislich mit dem Jahr 1570. Christoph von Hammerstein, der Spross einer Adelsfamilie aus Sonnborn kaufte ein Gut in „Wolfsoege“ und baute an der romantischen Wupperschleife einen festen Steinbau mit Schießscharten, der etwas verklärend auch „wehrhafter Rittersitz“ genannt wurde. Nachdem dieser mehrfach geplündert und abgebrannt war, wurde 1757 an gleicher Stelle ein Bauernhof errichtet. Norbert Bangert: „Diesen befestigten Hof und spätere Landwirtschaft darf man aber nicht mit dem Haus Hammerstein verwechseln, das ist ein ganz anderes Gebäude.“ Dieses wurde im Jahr 1874 gebaut, die Jahreszahl steht noch heute über der Eingangstür des Gästehauses. Um den Hof herum entwickelte sich im Laufe der Zeit die kleine Ortschaft Hammersteinsoege. Wohnhäuser und eine große Filzfabrik mit Nebengebäuden entstanden. Diese Industrieanlage war auch Standort des „Lager Hammersteins“, einem weiteren Themenschwerpunkt des Vortrages. Dort waren nach Schätzungen der BZG-Experten ab dem Jahr 1939 etwa 350 Kriegsgefangene gleichzeitig interniert. Von Haus Hammerstein aus wurden „unter Regie“ des Gastronomen Franz Horn zeitweise 5000 bis 6000 Zwangsarbeiter, die in den nahegelegen Indust-rieanlagen arbeiten mussten, versorgt. Nach der Auflösung im Jahr 1945 kehrte in der kleinen Ansiedlung kurzfristig Ruhe ein, bis Franz Horn es in nur fünf Jahren gelang, aus der ehemaligen Arbeitergaststätte für die nahegelegenen Fabriken ein Nobelhotel und Tagungsstätte zu machen. Ralph Vesper: „Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Anneliese Rothenberger und Inge Meysel waren nur einige der vielen illustren Gäste.“ Mit der Nachkriegszeit begann die Blütezeit des Hauses, die in den 70er-Jahren durch die Pläne zur Bau der Wuppertal-sperre und die sich wandelnde Infrastruktur im Bereich des Fremdenverkehrs ihr Ende nahm. Als Bildungs- und Erholungsstätte erlebt das Haus nun erkennbar einen neuen Auf-schwung. Am Sonntag, dem Tag der offenen Tür, wiederholten die BZG-Mitglieder den Vortrag noch zweimal. Bei beiden Veranstaltungen war der Vortragsraum in einen Nebengebäude des Haus Hammerstein bis auf den letzten Platz gefüllt.
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