|
|
 |
 |
|
Die Broschüre über das Lager Hammerstein ist erschienen - eine Vortragsreihe gestartet
|
 |
 |
|
Ein Schwerpunkt der Bergischen Zeitgeschichte war die Publikation der Broschüre über das „Lager Hammerstein“ Ende Januar 2008. Beide Tageszeitungen berichteten in allen drei BZG-Städten, aber auch in Remscheid ausführlich über Arbeitsweise und Ergebnisse der AG. Abgesehen davon wurden in vielen Veranstaltungen die Broschüre der Öffentlichkeit vorgestellt und für den Kauf geworben: Vortrag mit Power Point Präsentation:
07.02.08 um 19.30 Uhr in Haus Hammerstein / Hückeswagen 13.02.08 um 19.00 Uhr im Foyer des Bürgerhauses / Radevormwald Vorstellung der Broschüre ohne PP-Präsentation: 21.02.08 um 17.00 Uhr in der Buchhandlung R.Schmitz, RS-Lennep 02.04.08 um 19.30 Uhr Vortrag in der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal (Elberfeld, Genügsamkeitstraße) 07.04.08 um 19.30 Uhr Vortrag in der Stadtbücherei Wermelskirchen
Die Besucherzahlen waren stets sehr erfreulich, an allen Orten war der jeweils vorgesehene Raum nahezu voll besetzt. Viele anregende Fragen wurden gestellt, neue Informationen und neue Zeitzeugen wurden uns bekannt. Auch der Verkauf der Broschüre läuft bisher ausgezeichnet.
Zur Konzeption der Broschüre:
|
|
|
 |
 |
|
Ausgehend von der Gegenwart, dem Blick auf die Gräber des „Russischen Ehrenfriedhofs“ in Voßhagen, stellen sich die Autoren den Fragen nach den geschichtlichen Hintergründen der Soldatengräber. Sie verfolgen die Entwicklung vom Arbeitsdienstlager 1933 zum Kriegsgefangenenlager 1941 und weiter bis in die Nachkriegszeit, die Überschwemmung des Geländes durch den Aufstau der Wupper seit den siebziger Jahren. Die Autoren gehen vorwiegend fragenorientiert vor, weil das dem Interesse des Betrachters entspricht, ordnen aber die Antworten doch systematisch, um den Leser nicht zu verwirren. Die Broschüre stellt den Versuch dar, die in jahrelangen Recherchen zusammengetragenen Fakten über Standort und Belegschaft des Lagers, über Zwangsarbeit, Versorgung und Tod der Insassen zu publizieren, ohne die Lücken, Widersprüche und sonstigen Ungereimtheiten der Überlieferung zu verschweigen. Neben der Arbeit in den Archiven Remscheids, Hückeswagens und Radevormwalds stand die Befragung von Zeitzeugen im Mittelpunkt der Recherchen.
|
|
 |
|
|
|
 |
 |
|
„Herzlichst Ihre Inge Meysel“
|
 |
 |
|
Aufregung und Begeisterung herrscht bei den Hückeswagener Historikern und Heimatforschern. Grund: Das Original-Gästebuch von „Haus Hammerstein“ ist wieder aufgetaucht. BZG-Mitglieder spürten es in der Schweiz auf. Nüchtern betrachtet ist es nur ein Gästebuch. Tatsächlich geht es jedoch um eines der bedeutendsten zeitgeschichtlichen Dokumente Hückeswagens aus dem 20. Jahrhundert und ein interessantes Stück Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik: Das lange verschollene Gästebuch von „Haus Hammerstein“ – eine der ersten Hotel-Adressen in Deutschland nach dem Krieg – ist wieder aufgetaucht. Mitgliedern des Vereins Bergische Zeitgeschichte (BZG) ist es in der voriger Woche gelungen, das Buch aufzuspüren.
Berühmte Gäste in Hammerstein
Zahlreiche prominente Persönlichkeiten haben sich auf den Seiten verewigt. Anneliese Rothenberger, Inge Meysel, Gustaf Gründgens oder Peter Frankenfeld – alle waren sie zu Gast in dem idyllisch gelegenen Nobelhotel an der Peripherie von Hückeswagen. „Das Buch befand sich jahrelang in der Schweiz und wurde von einer Enkelin des ehemaligen Besitzers, Franz Horn, aufbewahrt“, berichtete der BZG-Vorsitzende Wolfgang Völkel. Herta, die Witwe von Franz Horn, hatte das Gästebuch der Enkelin zugeschickt, da sie befürchtete, um den Besitz könnte zwischen ihren beiden Töchtern Christa und Doris ein Streit ausbrechen.
Berühmte Namen
Die BZG wird nach der Auswertung mit den schönsten Eintragungen inklusive einer geschichtlicher Einordnung wahrscheinlich nochmals an die Öffentlichkeit gehen. Neben den erwähnten Personen finden sich Eintragungen von so berühmten Leuten wie: Josef Friedrich Traxel, Marika Kilius, Hans-Jürgen Bäumler, Juliette Greco, Lisa Della Casa, Lotti Krekel und von der deutsche Handball-Nationalmannschaft aus dem Jahr 1955.
|
 |
 |
|
Seit zwei Jahren recherchiert eine Arbeitsgruppe der BZG die Historie des Hauses sowie des Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenen-Lagers in der Nähe. Im Zuge dieser Forschungen nahm die Gruppe auch Kontakt mit den Horn-Töchtern auf, die beide im Rheinland leben. „Die haben dann innerhalb der Familie über die Hückeswagener Heimatforscher gesprochen. Dabei erinnerte sich die Enkelin an das Buch“, berichtete Völkel. „Das hab’ ich doch“, soll sie zu ihrer Mutter am Telefon gesagt haben. Die BZG-Mitglieder vereinbarten einen Termin mit den Horn-Töchtern in Bonn, wo sie das Gästebuch erstmals in den Händen hielten. Bei der Gelegenheit führten sie ein Zeitzeugen-Interview, in dem beide Frauen ihre Erinnerungen preisgaben. Im Mittelpunkt des Interesses stand jedoch das Gästebuch. „Wir freuen uns sehr, dass die beiden uns das Buch zur Auswertung ausgeliehen haben“, sagte Völkel. Seite für Seite werden die Einträge nun ausgewertet. Jedes Blatt wird in elektronischer Form zuerst den BZG-Forschern zur Verfügung gestellt.
|
|
|
 |
 |
|
„Vier Tage Stille in dem Sturm“
Die erste Eintragung ist vom 18. Mai 1948, verewigt hat sich in arabischer Schrift ein Scheich mit Namen Israhim I. Zahran. Danach folgen Einträge wie: „Die Ruhe ist bezaubernd schön. Herzlichst Ihre Inge Meysel“ (10.10.1965) oder „Wie schade, daß man immer nur einen Tag hat, wo es am Schönsten ist. Mit herzlichem Dank Erik Ode“ (28.09.1972). Schon am 29. August 1949 hatte der Schauspieler und Theaterregisseur Gustaf Gründgens geschrieben: „Herzlichen Dank für vier Tage Stille in dem Sturm!“ Der letzte Eintrag stammt vom 22. September 1985, Anlass war ein italienisch-französisch-deutsches Freundschaftstreffen.
|
 |
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
Hammerstein und Umgebung
|
|
|
|
Am 7.8.06 veranstaltete die AG Hammerstein (Norbert Bangert, Wilfried Egerland und Ralph Vesper) einen Vortrag und eine Ausstellung über „Hammerstein und Umgebung“, also über Hof, Haus und Lager Hammerstein. Beides war Ende März und Anfang April auf Einladung der „Lebenshilfe NRW“ bei deren Jubiläumsfeierlichkeiten schon in Haus Hammerstein präsentiert worden, wurde jetzt aber für BZG-Mitglieder wiederholt.
Es war wohl das erste Mal, dass eine AG sich auf diese Weise in den Räumen der Geschäftsstelle präsentierte, zum ersten Mal eine Veranstaltung von Mitgliedern für Mitglieder. Es war auch der erste Versuch, die vielfältigen Aufgaben organisatorischer Art bei Planung und Durchführung eines solchen Projekts auf mehrere Schultern zu verteilen.
Fasst man alles zusammen, so muss man sagen: Es war ein Erfolg: großer Beifall, eine lange, interessante „Fragerunde“ danach in angenehmer Atmosphäre, neugierige Blicke auf die ausgehängten Dokumente. Vielerlei Gespräche auch noch danach in kleinerem Kreise; insgesamt ein kommunikativer Abend, wie wir ihn uns gewünscht haben. Der Vortragsraum war mit 19 Personen (einschließlich den 3 Veranstaltern) gut besetzt, mehr passen im Grunde genommen nicht hinein. Die Delegation von Aufgaben im Vorhinein hat ebenfalls geklappt, so dass die AG nicht alles selbst organisieren musste, sondern sich auf die eigentliche Aufgabe der mündlichen und anschaulichen Präsentation konzentrieren konnte.
Ein Dank nochmals an alle Helfer und ein Ansporn an andere AGs, ihre Arbeitsergebnisse in ähnlicher Weise zu zeigen.
|
|
|
 |
|
|
|
Text: Wilfried Egerland, Foto: Ralph Vesper
|
|
|
|
Großer Besucherandrang beim Vortrag zum Lager Hammerstein in Radevormwald
|
|
|
|
Neuer Besucherrekord in Radevormwald: Seit der großen Jubiläumsveranstaltung im Haus Hammerstein am 31. März 2006 halten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Hammerstein des Vereins Bergische Zeitgeschichte (BZG) Vorträge zum Lager Hammerstein und Umgebung. Aber noch nie waren so viele Interessierte anwesend, wie am Dienstag, den 13. Januar 2009 um 15 Uhr in der Seniorentagesstätte des Bürgerhauses am Schlossmacherplatz. Die Organisatoren der Ökumenischen Initiative mussten zusätzliche Stühle heranschaffen, obwohl schon für 60 Personen gedeckt war und um Voranmeldung gebeten wurde.
Eingeladen wurde die Arbeitsgruppe in das so genannte Geschichtscafé des Bürgertreffs. Die Ökumenische Initiative lädt seit Beginn des Jahres regelmäßig zu Vortrags- und Diskussionsnachmittagen ein. Hauptinitiator war Horst Enneper, der bei der Initiative im Vorstand tätig und auch Mitglied der BZG ist.
Den Vortrag hielt, wie schon gewohnt, der Leiter der Arbeitsgruppe Wilfried Egerland. Nachdem sich die Besucher mit frischen Waffeln und einer Tasse Kaffee gestärkt hatten, ging der schätzungsweise 45-minütige Vortrag los. Beginnend von den ersten Spuren der Landadelsfamilie Hammerstein in der Region, über die Industrialisierung, der Zeit des Nationalsozialismus, bis zur Nachkriegsgeschichte umfasste das mit Bildern unterlegte Referat einen Zeitraum von fast einem halben Jahrtausend. Die Gäste bedankten sich mit einem großen Applaus und auch einige Publikationen konnten verkauft werden.
Besonders wertvoll waren für die Arbeitsgruppe die neuen Kontakte. Drei neue Zeitzeugen meldeten sich vor und nach dem Vortrag.. Die ersten Gespräche werden in der nächsten Tagen und Wochen intensiviert und danach ausgewertet. Potenzielle neue Erkenntnisse fließen dann in die Forschungsergebnisse mit ein.
Der nächste Vortrag der AG Hammerstein war am Donnerstag, 12, März um 14.30 Uhr im Bürgerhaus. Gäste waren Mitglieder der Postsenioren. Am 25. April folgte ein weiterer Vortrag, dann im Haus Hammerstein.
|
|
|
|
Text: Norbert Bangert, 21. Januar 2009 für die AG Hammerstein
|
|
|