Der Tod kam aus der Luft
300 Besucher im Gemeindezentrum HĂĽnger

Drei Zeitzeugen berichten ĂĽber den Angriff am 4. November 1944

Das Vorstandsmitglied der Bergischen Zeitgeschichte (BZG) Armin Himmelrath war fassungslos und so eröffnete er dann auch die Veranstaltung „Der Tod kam aus der Luft“ mit den Worten: „Wir sind hier oben auf dem Podium alle ein wenig nervös, aber wir hoffen, sie sind uns ein wohlgesonnenes Publikum!“
Der Grund für die Nervosität war Lampenfieber, denn sage und schreibe 300 Besucher wollten die drei Zeitzeugen Hanna Siebel, Friedel Prinz und Werner Steinhaus hören, die am Donnerstagabend um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum von Hünger über die traumatischen Erlebnisse während des Luftangriffs auf den Ort und die umliegenden Ortschaften berichten würden.

Dem voraus ging ein Gedenkgottesdienst in der benachbarten Kirche, der unter der Leitung von Jens-Peter Preis abgehalten wurde, den auch schon knapp 200 Besucher verfolgten.

Was dann die drei Zeitzeugen zu berichten hatten, ging unter die Haut. Die Zuhörer, unter ihnen auch der gerade frisch gewählte Bürgermeister Eric Weik, lauschten gebannt und schockiert den plastisch geschil- derten Erlebnissen der drei Betroffenen. In Zuge weiterer Artikel wird die Bergische Zeitgeschichte auf ihrer Internetseite nochmals näher auf die Schilderungen eingehen.

Viele Gäste nahmen im Anschluss an den Bericht der Podiumsteilnehmer die Gelegenheit wahr, seinerseits von ihren Erfahrungen zu berichten, die sie während des Luftangriffs an einem wolkenlosen Samstag gemacht hatten.

Begleitet wurde die Veranstaltung von der BroschĂĽre „4. November 1944“, die von der BZG sowie Hannelore Schulte, Jens-Peter Preis und Werner Steinhaus herausgegeben wurde.  Siehe dazu „Schriften und CD´s“.

Das BZG-Mitglied Norbert Bangert nahm darüber hinaus im Auftrag der Rheinischen Post an einer Gedenkveranstaltung in Hannover teil. Dort trafen sich ebenfalls am 4. November 2004 fünf alte Kameraden der Nachrichtenaufklärungskompanie 611, die genau um 14.10 Uhr den insgesamt 22 gefallenen Kameraden gedachten, die bei der Vernichtung der Schule Hünger ums Leben kamen. Diese Kompanie war nur acht Tage zuvor von Russland in den Ort verlegt wurden, da die Soldaten dort von einem Oberfeldwebel des Heeres umgeschult werden sollten. Man wollte ihnen beibringen, statt des russischen nun den englischen Funkverkehr abzuhören. Auch hierzu wird die BZG noch detailliert auf ihrer Homepage berichten.

Der groĂźe Saal im Gemeindezentrum HĂĽnger ist bis auf den letzten Platz gefĂĽllt.

Fotos: BZG - U. Engelbracht
Text: Norbert Bangert

Luftangriff auf HĂĽnger: HĂĽnger nach dem Luftangriff der Alliierten im Zweiten Weltkrieg am 4. November 1944. Foto/Archiv: A. Himmelrath