Florian Neuhann

Sven Neufert

„HĂ€nde weg von Lennep“, so hieß der Vortrag, der am 29. Juli 2004 um 19.30 Uhr im Heimatmuseum trotz Biergartenwetters ĂŒber 70 Besucher ins HĂŒckeswagener Schloss anlockte. Auf Einladung des Vereins Bergische Zeitgeschichte analysierten die beiden Studenten Sven Neufert und Florian Neuhann die VorgĂ€nge rund um die Zerschlagung des Landkreis Lennep im Jahr 1929. Mit ihrem Ă€ußerst spannenden Vortrag erhielten die beiden ehemaligen SchĂŒler des EMA-Gymnasiums in Remscheid 1998 die mit 3.000 Mark dotierte Auszeichnung „SchĂŒler- wettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des BundesprĂ€sidenten“. Florian Neuhann erinnert sich: „Wir hatten damals nur sechs Monate zur Fertigstellung Zeit. WĂ€hrend andere MitschĂŒler im Urlaub waren, haben wir in Archiven gewĂ€lzt, um der Aufgabenstellung gerecht zu werden.„ Ziel von uns war es damals, das Thema Protest an Hand eines regionalen Ereignises zu verdeutlichen. Neuhann: „Übereinstimmend wurde von Zeitzeugen die VorgĂ€nge rund um die Zerschlagung des Landkreises Lennep als das Ereignis genannt, das die BĂŒrgerschaft in unserer Region zu der Zeit auf die Barrikaden trieb.“

HĂ€nde weg von Lennep

Und in der Tat, was die beiden PreistrĂ€ger in ihrem etwa ein- stĂŒndigen abwechslungsreichen Vor- trag berichteten, skizzierte einen regionalen Aufstand, der so nie wieder stattfand und letztendlich nicht erfolgreich war. Trotz einigem Hin und Her blieb es bei Zerschlagung der einstmals stolzen Hansestadt und dessen Eingemeindung nach Remscheid.

HĂŒckeswagen und die anderen kleinen Nachbargemeinden waren jedoch nur indirekt betroffen. Zwar gehörte man ebenfalls dem Landkreis an, de facto blieb man aber selbststĂ€ndig.

Auch einige Ă€ltere Lenneper BĂŒrger waren im Publikum anwesend, so auch der Leiter des Tuchmuseums in Lennep Franz von Wismar. WĂ€hrend einige in einer lĂ€ngeren Diskussion nach dem Vortrag davon berichteten, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die RivalitĂ€t zwischen Remscheidern und Lennepern langsam nachließ, betonten andere Zuhörer, man lege selbst heute noch Wert auf die Feststellung, dass man trotz eines „KFZ-Kennzeichens RS“ aus Lennep komme.

Interessant war auch das Fazit der beiden Referenten, das Sven Neufert nach akribischer Analyse der Struktur von Wirtschaft, Verkehr und Bevölkerung wie folgt zusammenfasste: „Wir sind zu der Auffassung gekommen, das die Eingemeindung fĂŒr Lennep mehr Vorteile wie Nachteile gebracht hat. Man denke an die hohen GeldbetrĂ€ge, die zur Modernisierung der Altstadt von Remscheid geflossen sind.“

Dass an dieser Stelle einige Zuhörer „schlucken“ mussten, beweist eben, das Emotion und Verstand nicht immer einher gehen. Viele HĂŒckeswagener aus Bergisch Born wĂŒrden dieser These sicherlich zustimmen.

5   Sven Neufert beim Vortrag im Heimatmuseum