Kurz vor Start der Aufstiegs-Fahrt durch die Stadt. RSV-Spieler, Offizielle und Fans auf dem ehemaligen Parkplatz des Lindenhofes in der August-Lüttgenau-Str.
                                                                                                             BZG/Privat

Klassentreffen mit Gästen

Der Verein Bergische Zeitgeschichte hatte Anfang Juni die Spieler der ersten Mannschaft des RSV 09 Hückeswagen, die zu Beginn der 70er Jahre in die zweithöchste Amateurklasse aufstiegen und vier Jahre in der Landesliga kickten, zu einem Treffen in ihr ehemaliges Stammlokal "Hotel Kniep" geladen; mit dabei waren auch Trainer Karl-Heinz Conze, Nachfolger von Spielertrainer Burghard Rylewicz, sowie Mäzen und der wohl treueste Fan des RSV, Otto Kleppe.
Die Stimmung war ausgelassen. "Das ist hier wie bei einem Klassentreffen", hörte man allenthal-ben. Die ehemaligen Spieler tauschten lautstark Erinnerungen an alte Zeiten aus; da wurde so manch vergebene Chance nachträglich noch im gegnerischen Tor versenkt. Horst Lempke, rechter Verteidiger in der Erfolgself, erinnerte sich an ein Spiel gegen Solingen-Gräfrath, in dem er eines seiner wenigen Tore schoß. "Den Ball habe ich so gut getroffen, wie ich nicht oft Bälle getroffen habe", lachte Lempke.

Dem lebhaften internen Austausch alter Erinnerungen folgte dann am Abend eine Podiumsdiskussion im Saal des Kolpinghaus. Gemeinsam mit rund fünfzig Gästen, darunter viele weitere ehemalige Spieler und Funktionäre des RSV, ließen Arno Breidenbach, Manfred Landau, Manfred Ziegeweidt und Paul Bein ihre erfolgreiche Zeit beim damals einzigen Hückeswagener Fußballclub Revue passieren. Da durfte natürlich auch die Anekdote zu dem Schiedsrichter nicht fehlen, der die Schloßstadt wohl in keiner so guten Erinnerung behalten hat: An der Schnabelsmühle hatte man ihm, wie er zu Protokoll gab, "vierzehn Tage seiner Lebensfreude genommen", als ein ungestümer RSV-Fan sich ob einer vermeintlichen Fehlentscheidung zu einem Tritt gegen den unter Polizeischutz vom Platz geführten Schiri hatte hinreißen lassen - und ihn unterhalb der Gürtellinie traf.

In großer Achtung vor dem Menschen und dem Sportsmann sprachen alle ehemaligen Kicker von Spielertrainer Burghard Rylewicz, der nach langer Krankheit und dennoch für viele unerwartet vor einigen Wochen verstarb. "Da wurde auf einmal auch auf Technik geachtet und nicht nur Kondition gebolzt", erinnerte Manfred Ziegeweidt.
Moderator Rainer Timm, er hatte die erfolgreichen Jahre der ersten Mannschaft des RSV als Sportreporter begleitet, gelang es, mit seinen Fragen immer wieder Parallelen und Differenzen zwischen heute und gestern aufzuzeigen und band so auch das Publikum in die Diskussion mit ein. Als er den offiziellen Teil der Veranstaltung beendete, waren jedoch noch längst nicht alle Geschichten erzählt. Bald bis Mitternacht dauerte das Klassentreffen mit Gästen noch an.
Die BZG wird am Mittwoch, den 28. Juni um 19.30 Uhr, eine weitere Veranstaltung rund um das runde Leder ausrichten. Im Lindenhofcafé liest Wissenschaftsjournalist und Vereinsmitglied Armin Himmelrath aus seinem Buch "Macht köpfen dumm?"

5 Im Kolpinghaus auf dem Podium (von links): arno Breidenbach, Moderator Rainer Timm, Manfred Landau, Manni Ziegeweidt und Paul Bein

Mehr historische Fotos gibt es in der Geschäftsstelle zu den bekannten Öffnungszeiten zu sehen.