Zwei Künstler der Gruppe ­ Ulrich Klaus und Stefanie Hierholzer ­ trafen sich nun auf dem Podium zu einer gemeinsamen Nachbetrachtung mit Günter Uebeleisen, dem Vorsitzender der Kulturgemeinde Hückeswagen, und dem damaligen Stadtdirektor Hans-Jürgen Pauck. Auch viele Bürger aus dem Publikum, wie etwa der Alt-Bürgermeister Manfred Vesper, waren von 1990 auf die eine oder andere Art involviert. In der gemeinsamen Analyse kamen auch die finanziellen Aspekte zur Sprache, die Kreisparkasse Köln hatte immerhin einen Zuschuss von 20000 DM gegeben. Was wohl nicht zu verhindern war: Unterschwellig traten die damaligen Differenzen wieder zu Tage. Auch 15 Jahre nach den nervenaufreibenden Ereignissen werden diese immer noch unterschiedlich bewertet. Mehrmals wiesen einige langjährige Vertreter der Hückeswagener Kulturszene daraufhin, dass damals auch der „barsche Ton“ der Künstlergruppe für die Eskalation eine Rolle gespielt hatte, im Nachhinein würde man aber die Initiative seitens der Stadt mehr unterstützen. Fazit des Abends war die gemeinsame Feststellung, dass es danach in Hückeswagen eine vergleichbare Initiative nie wieder gegeben hat.

Die Bergische Zeitgeschichte (BZG) hatte am Freitag, den 16. Dezember 2005 die „Initiative zur Erweiterung der Kultur e.V. sowie Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kultur zu einer Podiumsdiskussion in den Saal des Kolpinghauses eingeladen. Thema waren die Ereignisse um den so genannten Skulpturenpark an der Wuppervorsperre im Jahr 1990. Gut sechs Jahre Vorbereitungszeit benötigte damals eine Gruppe junger Künstler, um dann schließlich entlang der Wanderwege des Gewässers Skulpturen und neuartige Installationen aufstellten. Es war das, was allgemein als moderne Kunst bezeichnet wird. Doch das Unfassbare geschah: Nur wenige Tage später waren gut drei Viertel der Werke durch Vandalen wieder zerstört. Resigniert standen damals die Künstler vor einem Trümmerhaufen, und die überkochende Volksseele hatte ihre Ruhe. Bürger organisierten eine Unterschriftenaktion, die sage und schreibe 1500 Unterstützer fand. Damit sprachen sich fast zehn Prozent der Bevölkerung im Vorfeld der Ausstellung mit ihrer Unterschrift gegen den Skulpturenpark aus.

Skulpturenpark Wuppervorsperre
15 Jahre danach

5 Wolfgang Völkel und Ulrich Klaus beim Präparieren der Stellwände

Bilder oben und unten:Skulpturen an der Wuppervorsperre
Mitte: Hückeswagens Kommunal-politiker informieren sich über den Skulpturenpark
Foto: RGA-Archiv/Herbert Draheim

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